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« Thema begonnen am: 26. Januar 2010, 22:50:31 »
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Der Heilige Gral
Wolfram von Eschenbach

nach Fiebag 2005:


Wolfram von Eschenbach
Zwischen 1195 und 1219 verfasste der deutsche Minnesänger Wolfram von Eschenbach die Geschichte vom »Parzival«. Darin »überschneiden sich zwei Erzählstränge: der des Artus-Ritters Gawan (Gawain) und der des gralsuchenden Parzival.«
Eschenbach erzählt vom Tod des Königs von Anschouwe (Anjou), dessen Sohn Gahmuret nach Afrika zieht, wo er sich in die Prinzessin Belancane verliebt und sie von ihm den Sohn Feirefiz bekommt. Gahmuret kehrt nach Europa zurück und heiratet die Königstochter Herzeloyde. Wiederum bekommt er einen Sohn, den sie Parzival nennen. Gahmuret stirbt und Herzeloyde verlässt den Hof, um Parzival abseits der Zivilisation zu erziehen.
Als junger Mann begegnet Parzival drei stattlichen Rittern. Neugierig auf die Welt draußen zieht Parzival gegen Herzeloydes willen los und gelangt an den Hof von König Artus. Dort kommt es zum Kampf mit dem Ritter in der roten Rüstung. Parzival kann ihn trotz seiner Unerfahrenheit besiegen, was König Artus so stark beeindruckt, dass er ihn von Ritter Gurnemanz zum Ritter ausbilden lässt. Parzival heiratet, aber es hält ihn nicht lange an Artus´ Hof und er zieht wieder weiter.
Auf seinem Weg gelangt er an einen Fluss und begegnet dort einem seltsam gewandeten Fischer. Parzival fragt ihn nach einer Herberge für die Nacht. Der Mann beschreibt ihm den Weg zu einer nahegelegenen Burg, der einzigen Behausung weit und breit.
Er findet eine prächtige Burg, auf der allerdings Trauer herrscht. Er wird eingelassen und in einen großen Saal geführt, in dem 100 Tische stehen. Dort bietet ihm der alte Burgherr einen Platz an.

»Da trug man etwas Schmerzliches herbei. Ein Knappe sprang zur Tür herein, der trug eine Lanze - ein Brauch, der dort jedes Mal Wehgeschrei hervorrief. An ihrer Scheide entquoll Blut und rann am Schaft hernieder bis auf die Hand, sodass es schließlich im Ärmel versickerte. Da erhob sich ein großes Weinen und Schreien im weiten Saal.
Er trug die Lanze in seinen Händen an den vier Wänden ringsherum, bis zur Tür. Der Knappe ging wieder hinaus. Still war des Volkes Klage, zu der sie von dem Jammer getrieben worden waren, an den die Lanze sie erinnerte«.

Danach traten etliche junge Mädchen mit Kerzen, edelsteinbesetzten Platten und silbernen Messern in Zweierreihen in den großen Saal, gefolgt von der Königin.

»Von ihrem Antlitz ging ein Schein aus, dass alle meinten, es beginne zu tagen. Man sah die Frau gekleidet in Pfellel von Arabien. Auf einem grünen Achmardi trug sie die Wunscherfüllung vom Paradies, Wurzel war es und zugleich Reis. Das war ein Ding, das hieß der Gral, allen Erdenwunsches Überschwang. Die aber, von welcher der Gral sich tragen ließ, war Repanse de Schoye. Es war des Grales Art, dass er von reiner Hand verwahrt werden musste; die ihn in rechte Obhut nehmen sollte, die musste ohne Falsch sein.«

Danach begann das Festmahl, welches allein durch den Gral gespeist wurde.
»Man sagte mir, und ich sage es auch Euch, dass vor dem Gral bereit lag, wonach ein jeder die Hand ausstreckte, und dass er vor sich bereitet fand warme Speise, kalte Speise, neue Speise und alte Speise, von zahmen und von wildem Getier. Etwas Derartiges hat es nie gegeben, möchte mancher wohl sprechen. Aber er irrt: Denn der Gral war die Frucht der Seligen, eine solche Fülle irdischer Süßigkeit, dass er fast all dem glich, was man sagt vom Himmelreiche.«

Parzival war sprachlos vor erstaunen. Nach dem Festmahl deckten die Jungfrauen die Tafel ab und trugen den Gral hinaus. Man gab Parzival eine Unterkunft für die Nacht und er fiel in unruhigen Schlaf. Am nächsten Morgen war er allein. Die Burg war verlassen. Nur das Schwert, das er vom Burgherren geschenkt bekommen hatte, war noch da. Parzival verließ die Burg und ritt davon.
Auf seinem Weg traf er Sigune. Sie erzählte ihm:

»Nur eine einzige Burg, die steht allein, die ist an irdischer Vollkommenheit reich. Wer sie mit Fleiß sucht, der findet sie nicht. Gleichwohl sieht man viele Leute sich darum bemühen. Es muss ohne Wissen geschehen, wer immer die Burg sehen soll. Ich glaube, Herr, Ihr kennt sie nicht. Sie wird Munsalvaesche genannt. Der alte Titurel vererbte sie seinem Sohne, dem König Frimutel - so hieß der edle Trecke … Er hinterließ bei seinem Tod vier Kinder: Trotz ihres Reichtums lebten drei von ihnen im Jammer. Der vierte aber trägt freiwillig die Armut. Das tut er um Gottes Willen, um Sünde zu sühnen. Dieser heißt Trevrizent. Sein Bruder Anfortas muss immerzu in einem Sessel sitzen, da er weder reiten noch gehen kann. Ihn, den Herrn von Munsalvaesche, verschont die Ungnade nicht. Herr, wäret ihr dorthin gekommen zu der leidvollen Schar, so wäre der Herr das viele Elend, das er schon so lange trägt, losgeworden.«

Jetzt erst wurde es Parzival klar, dass er nach der Lanze und dem Gral hätte fragen müssen.

Als er dies Sigune sagte, antwortete sie:

»… O weh! Dass mein Auge Euch sieht!, sprach die leidvolle Frau. Da Ihr nicht den Mut zur Frage hattet! Ihr sahet doch so große Wunder- dass Euch das Fragen unangenehm war, dort, wo Ihr doch schon beim Grale ward!- Ihr sahet viele untadelige Frauen, die edle Garschiloye und Repanse de Schoye und schneidendes Silber und den blutenden Speer! O weh, was wollt Ihr denn nun hier bei mir? Verstoßenes Leben! Verfluchter Mann! Ihr hättet Erbarmen mit dem Herrn haben sollen, den Gott mit einem schrecklichen Wunder heimgesucht hat und hättet nach seiner Not fragen sollen! Ihr lebt, aber Ihr seid tot an Glück!«

Betroffen und unglücklich zog Parzival weiter.
Nach vielen Abenteuern kehrte er nach Camelot an den Hof von Artus zurück.
Man bereitete ihm eine Willkommensfeier, die aber jäh gestört wurde:
Plötzlich erschien eine Frau mit einem »tierischen Gesicht, einer Hundenase, Eberzähnen und Schweineborsten, aber mit einem prachtvollen Kleide.«
Es war Kundrie, die Gralsbotin. Sie ging auf Parzival zu und verfluchte ihn.
Dieser begab sich daraufhin erneut auf die unstete Suche nach dem Gral.

Nach einigen Jahren traf er an einem Karfreitag auf einen Eremiten, der sich als Trevrizent, der Bruder des Gralskönig Anfortas zu erkennen gab. Er erzählte Parzival, dass er der Bruder seiner Mutter Herzeloyde sei und weihte seinen Neffen in das Gralsgeheimnis ein:

Der Gral sei ein wundertätiger, edler Stein, auf dem sich an jedem Karfreitag eine weiße Taube mit einer Hostie nieder lässt. Dadurch erhalte er die Kraft, den Menschen Nahrung und ewiges Leben zu geben. Früher wurde der Stein durch Engel gehütet, derzeit durch ein hohes Rittergeschlecht.
Der Gralskönig wurde durch eine Sünde verletzt, doch mit der Frage eines Ritters würde er von seinen Schmerzen erlöst werden.
Als Parzival seinem Onkel erzählte, dass er vor vielen Jahren bereits des Grals ansichtig gewesen war, bot ihm Trevrizent an, an seiner Stelle Buße für diese Schuld zu tun.

Wieder verging eine Zeit, in der Parzival verschiedene Abenteuer erlebte. Er traf seinen Halbbruder Feirefitz, mit dem er sich zur Tafelrunde begab.
Dort erschien auch die Gralsbotin Kundrie und verkündete ihm:
»Wohl Dir, da Du so hoher Ehre teilhaftig geworden bist! DuKrone des Menschenheils! Das Epitaphium wurde gelesen: Du sollst des Grales Herr sein und dein Weib Kondwiramurs und Dein Sohn Lohengrin sind beide dorthin mit Dir berufen. Als Du das Land Brobarz verließest, trug sie zwei schon lebendige Söhne. Kardeiß wird sein Erbe dort in Brobarz erhalten. Würdest Du nie eine größere Seligkeit erfahren als die, dass Dein wahrhaftiger Mund den edlen und lieben Herrn nun mit Worten grüßen soll - Deines Mundes Frage wird den König Anfortas eretten, wird das Seufzen und den Jammer von ihm abwehren - wo ist jemand, der Dir an Seligkeit gleichkäme?«

So kam es. Dass Parzival ein zweites Mal des Grales ansichtig wurde:

»Man brachte ihnen manch kostbare Schale von Gold, nicht nur von Glas. Feirefitz und Parzival tranken und gingen darauf zu Anfortas, dem traurigen Mann. Er sagte: Ich habe schmerzlich darauf gewartet, ob ich wohl je noch einmal Durch Euch wieder fröhlich würde. Als ihr damals hier waret, nahmet Ihr einen solchen Abschied, dass es Euch, sofern Ihr Treue im Herzen traget, reuen muss. Wenn ihr je Ruhm errungen habt, so bewegt die Leute hier, dass ich sieben Nächte und acht Tage lang den Gral nicht sehen muss! Dann wäre all mein Schmerz zu Ende. Mehr darf ich Euch nicht sagen. Wohl Euch, wenn man Euch wird rühmen können, dass Ihr mir geholfen habt!
Heftig weinend sagte Parzival: Sagt mir, wo in der Burg hier der Gral sich befindet. Wenn Gottes Güte an mir den Sieg behält, so werden es diese erfahren.
Dann fiel er, zum Gral gewendet, auf die Knie - dreimal zu Ehren der Dreifaltigkeit. Er betete um die Hinwegnahme des traurigen Mannes Verzweiflung. Er richtete sich auf und sagte dann:
Oheim, was schmerzet Dich?«

Jetzt endlich hatte Parzival die erlösende Frage gestellt und alle Gebrechlichkeit fiel von Anfortas ab.

»Dann schritt er zur Wahl und wählte den, den die Schrift am Gral zum Herrn bestimmt hatte: Parzival wurde zum König und Herrn erklärt.«

Quellen: Peter und Johannes Fiebag: Artus, Avalon und der Gral, III. Das Geheimnis des Grals. In: Reinhard Habeck (Hg.): Magier & Dunkle Mächte. Geheime Bünde zwischen Licht und Finsternis, Wien 2005, S. 69 (im folgenden: Fiebag).

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« Antworten #1: 27. Januar 2010, 07:26:57 »
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Hallo Wolfgang

was hältst Du davon wenn wir das mal auseinanderfusseln ?

liebe Grüße

Pituli

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« Antworten #2: 01. Februar 2010, 19:36:01 »
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Und ich stelle die allesentscheidente Frage: Wem dient der Gral Huch

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Offline (versteckt)Themen Schreiber
« Antworten #3: 01. Februar 2010, 22:15:39 »
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Zitat:Geschrieben von (versteckt)
allesentscheidente
tolles Wort - hoffentlich nicht diskussionstötend gemeint.


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« Antworten #4: 01. Februar 2010, 22:23:47 »
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Der Gral dient jedem der ihn versteht, oder ?

liebe Grüße

Pituli

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« Antworten #5: 02. Februar 2010, 00:15:16 »
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Zitat:Geschrieben von (versteckt)
Der Gral dient jedem der ihn versteht, oder ?

liebe Grüße

Pituli


... oder ihn bedienen kann. Kelche sind ja wohl gemeinhin nicht in der Lage ein Festmal aufzutischen.  Zwinkernd

Viele Grüße

Walter

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« Antworten #6: 02. Februar 2010, 08:34:09 »
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Hallo Walterchen

Du glaubst an den Kelch ?

Ich glaub ich sollte mal was schreiben.

liebe Grüße

Pituli



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« Antworten #7: 02. Februar 2010, 12:02:16 »
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Moin Petra,

eben nicht an einen Kelch, eher an was anderes z. B. die Mana-Maschine, jedenfalls irgendwas, was die Templer in Jerusalem gefunden oder im Tempelberg ausgegraben haben, weswegen sie dann eiligst nach Europa zurück kamen.

Liebe Grüße

Walter

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« Antworten #8: 02. Februar 2010, 14:54:02 »
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Ach so Walterchen.

Aber nicht nur die Templer haben ..XX... gefunden und zum Okzident gebracht sondern auch Saladin. Der hatte sein Fund im Orient gelassen. Aber das ist eine längere Geschichte. Was die Templer gefunden haben möchte ich leider nicht so einfach schreiben.

liebe Grüße

Pituli

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« Antworten #9: 02. Februar 2010, 17:01:33 »
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Moin Petra,

ist Deiner Meinung nach XX später in den Besitz der Katharer gekommen?

Liebe Grüße

Walter

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« Antworten #10: 02. Februar 2010, 17:30:11 »
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"XXBoh

Ihr macht das aber spannend.  :Smiley


Gruß
Michael

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« Antworten #11: 27. September 2010, 01:04:02 »
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Hi,

was die dort gefunden haben, hatte ich gerade in einem anderen Beitrag beantwortet.
Ein gewisses Sigillum - Siegel. Das veraenderten sie dann etwas und machten es zu ihrer eigenen Glaubenslehre.
Der Papst und Koenig waren darueber gar nicht begeistert.

Gruss,

Gold

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« Antworten #12: 27. September 2010, 04:57:10 »
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Moin Gold,

einen Link zu diesem Beitrag wäre hilfreich.

Vielen Dank dafür.

Walter

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« Antworten #13: 27. September 2010, 05:11:38 »
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Hallo Walter,

hier der Link:

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http://www.siegende-wahrheit.de/freimaurerei/vorurteile.php


Zugangsdaten bekommst Du nach der Anmeldung, einfach bei Kontakt Deine Beweggruende angeben.

Gruss Gold

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« Antworten #14: 27. September 2010, 07:51:28 »
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Moin Gold,

ok, auf der Seite der Loge habe ich keine Antwort gefunden, was das Sigillum-Siegel sein soll.

Da Du hier unbegrenzt Text einfügen kannst, wäre es schön, wenn Du den Text zum Sigillum-Siegel einfach hier einfügst.

Vielen Dank

Walter

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