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« Thema begonnen am: 28. Januar 2012, 05:51:04 »
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Rätselhafte Entdeckung auf Gräberfeld in Krefeld-Gellep

Wissenschaft kennt keine vergleichbaren Funde aus römisch-fränkischer Zeit

Ein unerklärliches wissenschaftliches Rätsel hat Dr. Margareta Siepen vom Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland aus Bonn beim Grabungsabend des Museums Burg Linn in Krefeld vorgestellt.
Auf dem römisch-fränkischen  Gräberfeld von Krefeld-Gellep entdeckte sie sogenannte Kopfgräber.

Die sechs nur 40 mal 90 Zentimeter beziehungsweise 1,1 Meter mal 40 Zentimeter großen Gräber sind aufgrund ihrer Ausmaße bislang als Kindergräber klassifiziert worden.
Zahntechnische Untersuchungen an einem pathologischen Institut in Amsterdam haben nun jedoch ergeben, dass es sich bei den Toten um junge Männer zwischen 17 und 25 Jahren handelt.

»Dieses Phänomen der Bestattung ist neu«, sagt Siepen. Ihre Recherchen unter Fachkollegen führten auch zu keiner neuen Erkenntnis über die archäologische Entdeckung in Krefeld.

Das Areal in Krefeld-Gellep (römisch Gelduba) ist mit rund 6.500 Gräbern das größte erforschte Gräberfeld nördlich der Alpen.
Wegen der Bodenbeschaffenheit sind dort Skelettfunde bis auf Knochen aus Brandgräbern selten. Die nun in den Fokus ihrer Forschung gerückten sechs Gräber wurden ohne Beigaben vorgefunden.

»Es sind nur die Zähne erhalten geblieben«, so Siepen. Aufgrund der Gräbergröße und dem ermittelten Alter geht sie davon aus, dass in Gellep lediglich die Köpfe der jungen Männer beigesetzt worden sind. Bei den Menschen muss es sich um Bewohner oder Soldaten des Kastells Gelduba gehandelt haben. »Auch wenn sie auf dem Gräberfeld verteilt sind, gehören sie alle in das vierte Jahrhundert nach Christus«, erklärt Siepen.

Bei dem Versuch einer Erklärung beziehungsweise vergleichbare Fälle zu finden, wurde sie einzig beim Feldherrn Varus (47/46 v.Chr. – 9 n.Chr.) fündig. Nach seinem Tod in Germanien wurde sein Kopf nach Rom gebracht, um diesen im Familiengrab zu bestatten.
Kaiser und Offiziere, die in einer Schlacht fielen, wurden sonst vor Ort verbrannt und deren Rest in Urnen nach Rom transportiert. Einfache Soldaten sind vor Ort in Kollektivgräbern beerdigt worden. Und um einfache Soldaten hat es sich wohl auch im Gelleper Fall gehandelt. Warum wurde bei ihnen anders gehandelt?

Dass es sich möglicherweise um geköpfte Straftäter handelt, kann Siepen ausschließen, da diese nicht auf Friedhöfen beigesetzt wurden. Hinweise auf einen besonderen Kopfkult wie bei den Kelten existieren auch nicht. »Deshalb nehme ich an, dass es sich um eine Teilbestattung handelt, da der Kopf an einem heiligen Ort beigesetzt worden ist. Ich kann es aber jetzt noch nicht erklären«, so Siepen. Nahe liege jedoch, dass die jungen Männer nicht in Gellep zu Tode gekommen sind.

Wer sie zu ihrem Heimatort zurückgebracht hat, warum sich dieses Phänomen bislang auf das vierte Jahrhundert und das Gräberfeld in Krefeld-Gellep beschränkt – diese Fragen sind noch nicht geklärt.



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Offline Walter Franke
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« Antworten #1: 28. Januar 2012, 06:55:37 »
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Moin,

da tappen sie mal wieder im Dunkeln, dabei war sie mit Varus schon ganz dicht bei. Kelten pflegten ihren Feinden die Köpfe abzuschlagen und diese aufzuheben, entweder wurden sie einfach nur auf eine Stange gesetzt oder an einen Baum genagelt. Köpfe von wichtigen Feinden wurden sogar einbalsamiert und in Kisten aufgehoben und wenn Besucher kamen herumgezeigt.

Weiter war sie schon auf die richtigen Spur, als sie sagte, es könnten die Köpfe von Soldaten sein.

Nur Krieger und Soldaten waren Feinde für die Kelten.

Römer pflegten, siehe Varus, nach verlorenen Schlachten Rachefeldzüge durchzuführen, dabei ging es ihnen aber weniger um die Befriedigung ihrer Wut, sondern einfach darum den Gegener zu beweisen, dass man römischen Truppen nicht ungestraft aufs Haupt schlägt. Da die abgeschlagenen Köpfe bei den Kelten als Trophäen aufbewahrt wurden, ist es möglich, dass die Römer bei ihrer Strafexpedition die abgeschlagenen Köpfe ihrer Soldaten fanden und mit zurück nahmen um sie auf dem Friedhof ihres Standlagers zu beerdigen, so wie es auch mit dem Kopf von Varus geschehen ist, der allerdings im Familiengrab beigesetzt wurde.

Viele Grüße

Walter

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« Antworten #2: 28. Januar 2012, 08:23:38 »
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Zitat:Geschrieben von Walter Franke
Da die abgeschlagenen Köpfe bei den Kelten als Trophäen aufbewahrt wurden, ist es möglich, dass die Römer bei ihrer Strafexpedition die abgeschlagenen Köpfe ihrer Soldaten fanden und mit zurück nahmen um sie auf dem Friedhof ihres Standlagers zu beerdigen



Das hört sich gut an

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DER SCHWÄBISCHE KEILER
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« Antworten #3: 28. Januar 2012, 08:31:19 »
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Moin;

ich war auch bei dem Vortrag, hörte sich gut an. Vermute mal du kommst auch aus  Krefeld !

LG
TheKid

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Offline Vangione
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« Antworten #4: 28. Januar 2012, 11:07:22 »
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ich stimme walter voll und ganz zu! ist die logischste erklärung und eigentlich doch gar nicht so rätselhaft.....diese archäologen ; )

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