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 >  Geschichte > Geschichte des Altertums > Kelten (Moderatoren: maxxblade, zenzi1) > Thema:

 Keltisches Opferblei

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Avatar  Keltisches Opferblei  (Gelesen 8874 mal) 0
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#30
25. Dezember 2016, um 00:09:26 Uhr

Das mit dem Geld ist so eine Sache. Ich habe bei Recherchen über den ersten Kreuzzug damals gelernt, das Geld zu der Zeit (Ende 11 Jhdt.) keine besonders grosse Rolle gespielt hat, vor allem nicht im Leben der einfachen Leute. Steuern und Abgaben waren als Waren zu entrichten und untereinander lief es meistens auch über Tauschhandel.

Geld spielte immer nur dann eine Rolle, wenn es um grösseren Warenumschlag oder grössere Geschäfte ging. Sprich, bei den Römern wurden zum ersten Mal in unseren Breiten Summen erreicht, die einen Zwischenhandel über Geld nötig machten. Soviel ich mich erinnere, haben die Kelten ihr Geld eigentlich auch erst für den Handel mit den Römern eingeführt, oder die Idee von diesen übernommen. (Das weiss ich nicht mehr genau, meine das aber irgendwo gelesen zu haben).

Jedenfalls gingen grössere Geldgeschäfte in Europa nach der Römerzeit erst wieder mit besagtem ersten Kreuzzug so richtig in Schwung, weil es da auf einmal galt, riesige Heerzüge zu finanzieren. Und viele verkauften ihr Hab und Gut, um ihren eigenen Weg zu finanzieren. Dabei konnte man natürlich nicht Tonnen von Waren mit sich führen, also wurde auf das leichter zu transportierende Geld zurückgegriffen. Da gab es auch zum ersten Mal eine Art Inflation, über die die Quellen berichten. Für den Preis, für den man zuhause im Frankenreich noch 7 Schafe bekam, konnte man sich vor Antioch plötzlich nur noch ein Stück Brot leisten, etc.

Insofern erscheint mir Ringgeld einfach als zimlich unnötig. Vielleicht gab es das als eine Form von Rohstoffhandel, das jemand mit ein paar Ringen aus Bronze wie mit kleinen Barren etwas anderes eingetauscht hat. Aber ich glaube nicht, das es einen festen Wechselkurs oder feste Preise gab, welche meiner Meinung nach nötig sind, um etwas als "Geld" zu bezeichnen.

Hinzugefügt 25. Dezember 2016, um 00:21:36 Uhr:


Geschrieben von Zitat von sammlealles
Hinzugefügt 24. Dezember 2016, um 23:58:38 Uhr:
Sowas hatte ich auch schon im Verdacht, dass der Sondler in der Dokusoap eher sowas meinte?
Die hellste Kerze auf der Torte waren sie ja Alle nicht, da kann man das Mittelalter schon mal mit der keltischen Zeit verwechseln? Oder hört sich Opferblei und Keltisch einfach reißerischer an, als Schutz oder Fluchamulett an?

In ähnlicher Form gab es das aber auch schon bei den alten Griechen und Römern. Ich meine in England und Pompei sind viele sogenannter "Fluchtafeln" gefunden worden. Da wurden Flüche, Beschwörungen oder Liebeswünsche in kleine Bleitäfelchen geritzt. Wie die genau angewendet wurden, weiss ich nicht mehr.

« Letzte Änderung: 25. Dezember 2016, um 00:21:36 Uhr von (versteckt), Grund: Doppel-Beitrag zusammengefasst »

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#31
25. Dezember 2016, um 07:18:24 Uhr

Ich habe die Kabel1 Sendung leider nicht gesehen, aber römische Fluchtäfelchen sind wieder eine ganz andere Ecke.
In Bad Kreuznach, Trier und Mainz wurden bei Ausgrabungen diverse Fluchtäfelchen gefunden welche im Römisch-Germanischen-Zentralmuseum Mainz
und in der Römerhalle Bad Kreuznach zu sehen sind.
 
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interessante PDF Prozessverfluchungen

 
Neben diesen gibt es noch die weiterverbreiteten Diebesverfluchungen.

Im Buch Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern Band 12 nördliches Rheinhessen sind auch einige der Bleitafeln angegeben.
Leider hab ich das Buch momentan verliehen, sonst würde ich die übersetzten Schriften hier dazu packen.
 
Auch ein interessantes Thema, aber bald kommen wir durcheinander. Zwinkernd

« Letzte Änderung: 25. Dezember 2016, um 07:39:29 Uhr von (versteckt) »

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#32
25. Dezember 2016, um 11:02:13 Uhr

Geschrieben von Zitat von Celt
Hi Sarkozi, ich durfte auch schon 2 Rouelles finden und war bisher der Meinung, dass deren ursprüngliche Verwendung noch immer ungeklärt bzw. umstritten ist. Ich weiß von Debords Theorie über religiöse Zusammenhänge und das die Rädchen als Glücksbringer mitgeführt oder als Amulette getragen wurden.
Hast du eventuell Literatur zu der Opferungstheorie? Würde mich sehr interessieren!


Ich habe ein Buch von Französischen Archäologen die sich damit beschäftigt haben, und darin wird es so beschrieben.

Was meine Rouellen angeht, 99% habe ich sie alle an Heiligen Tempeln gefunden, Römische wie Keltische.

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#33
25. Dezember 2016, um 12:39:51 Uhr

Ich habe auch eine Bleirolle aus England. Lag wohl mit den beiden Kugeln zusammen.

Gruß
kugelhupf


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IMG_1474.jpg
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#34
25. Dezember 2016, um 13:44:32 Uhr

Hallo Kugelhupf
deine Bleirolle schaut anders aus als die römischen. Schein mir zu genau gerollt und ohne eingerolltes Eisenblech.

Gruß cyper

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#35
25. Dezember 2016, um 13:52:57 Uhr

Hallo Cyper,

jetzt muss ich mein Röllchen auch noch los werden. War schon in meiner FRUMS-Kiste.

Kann es sich dabei um so einen Netzsenker handeln?

Römer und Wasser gab es hier genug.

LG
Blackindi


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Foto-91.jpg
Foto-92.jpg
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#36
25. Dezember 2016, um 14:09:47 Uhr

Wenn das hier Eisenablagerungen sind ja römischer Netzsenker.

Gruß cyper


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Bleirolle.jpg
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#37
25. Dezember 2016, um 14:17:02 Uhr

Hallo Cyper,

danke.

Kann ich als Laie leider nicht feststellen

LG
Blackindi

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#38
25. Dezember 2016, um 20:51:46 Uhr

Hallo!

Hier ein interessantes Buch zum Thema Fischerei.
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http://www.augustaraurica.ch/fileadmin/user_upload/2_Arch
äologie/7_Literatur%20und%20Verlag/02_Forschungen_in_Augst/FiA39.pdf

Ich habe auch Dutzende vermutlich römische Netzsenker gefunden, die sind aber ohne Eisen.

LG
Elgonzo

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(versteckt)Themen Schreiber
#39
25. Dezember 2016, um 21:02:38 Uhr

abend elgonzo,

leider gibt der link nix her...?  Nono  tipfehler?

lg bierchen

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#40
25. Dezember 2016, um 21:26:45 Uhr

Link komplett kopieren und im Browser einsetzen.

Damit funktioniert es.

relevante Infos ab Seite 107 im PDF

LG
Blackindi

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#41
25. Dezember 2016, um 22:21:35 Uhr

Bin gerade über diese interessante PDF-Datei gestolpert:
Am Ende des Regenbogens... Ein Interpretationsversuch von Hortfunden mit keltischen Goldmünzen

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Der Autor hat ganz interessante Ansätze und Theorien. Interessant zu lesen, welche verschiedene Ansätze und Interpretationen es gibt  Super Zwar schon ein bissel Älter, aber der ein oder andere kennt den Text vielleicht noch nicht.
LG Thomas

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#42
26. Dezember 2016, um 08:01:32 Uhr

Hallo Elgonzo

Die in der pdf gezeigten sind eine Art der vielen Varianten die es gibt.Die von mir gezeigten und angesprochenen Bleirollen mit Eisenblech sind aus der frühen Kaiserzeit und dem süddeutschen Raum.

Gruß cyper

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