Ich kann nur für NRW und da für den im östlichen Landesteil zuständigen Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) sprechen. Dort klappt die Zusammenarbeit zwischen Sondengängern und Ämtern in aller Regel sehr gut.
Die Nutzung des Detektors ist an eine Grabungserlaubnis der oberen Denkmalbehörde geknüpft, die sich wiederum mt der unteren Denkmalbehörde ins Benehmen setzt.
Es gibt in Münster vom LWL eine zentrale Anlaufstelle für die Belange der Sondengänger bei Dr. Ulrich Lehmann.
Der Sondengänger hat sich vorab bei einem Informationsgespräch über die Anforderungen und rechtlichen Vorgaben zu informieren. Dazu gibt es regelmäßig Offline- und Onlineveranstaltungen.
Die Sondengänger werden dann von den unteren Denkmalbehörden betreut und liefern in der Regel einmal im Jahr ihren Fundbericht (und nach Absprache) auch die Funde zur Begutachtung ab, von denen sie die meisten sofort wieder mitnehmen können. Besondere Fundstücke, die evtl. in den Bereich des Schatzregals fallen, werden zur weiteren Untersuchung einbehalten.
Der LWL hat eine Infoseite zu dem Thema:
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Weitere Fragen kann Herr Dr. Lehmann sicher am Telefon beantworten.
Natürlich hat dieses System auch Schattenseiten, die sich ganz klar daraus ergeben, dass eine zu große Anzahl an Sondengängern von einer zu kleinen Anzahl von Archäologen betreut wird. Dies ergibt sich leider aus der Problematik, dass in diesem Bereich kaum Planstellen zur Verfügung gestellt werden und dadurch personelle Engpässe entstehen, die wiederum für Frust bei den Sondengängern sorgen.
Trotzdem finde ich dieses System sehr gut und auch die LWL-Archäologie sagt ganz klar selber, dass sie von den Funden der Sondengänger stark profitiert.
Wenn man auf das Ausland blickt, wo es ja z. B. in den Niederlanden, in Dänemark und Großbritannien für Sondengänger etablierte Datenbanksysteme gibt (z. B. PAN), stellt sich immer die Frage, inwieweit sich Systeme in zentralistisch regierten Ländern auf ein föderalistisches Staatsystem wie die Bundesrepublik Deutschland übertragen lassen.
Da die Denkmalpflege Ländersache ist, liegt das Problem dabei, dass jedes Land vermutlich sein eigenes System aufbauen würde. Ob das kostenmäßig realistisch wäre, kann ich nicht beurteilen.
Schöne Grüße
Scriptor








